FDP
6,3 Millionen
Wählerstimmen
Nichtwähler
18,1 Millionen
Wählerstimmen
CDU
14,7 Millionen
Wählerstimmen
Linke
5,2 Millionen
Wählerstimmen
1,1 Mio
920.000
70.000
70.000
Folgende Grafik bezeichnet die Wählerwanderung bei der letzten
Bundestagswahl laut Infratest Dimap (Quelle: FAZ vom 29.09.2009):
1. Seit 1998 verloren CDU/CSU bei Bundestagswahlen fast 4,0 Mio. Wähler.
2. Nach einem Bericht der “Deutschen Tagespost” vom 29.09.2009 ist der    
    Schwund überproportional bei katholischen Wählern eingetreten. Katholiken
    hätten statt zu 48% nur noch zu 44% die Union gewählt.
3. Allerdings setzen sich nach dieser Erhebung die Unionswähler immer noch
    zu 44% aus Katholiken zusammen, während 33% evangelische Christen
    waren und nur 16% Konfessionslose.
4. Dafür buhlen bereits vier dezidiert christliche Parteien um christliche Wähler.
    Sie sind durch Entscheidungen der vergangenen Legislaturperiode zum
    Lebensschutz in Deutschland, zur Familienpolitik und z.B. durch die Papstkritik
    irritiert.
Beunruhigende Fakten:
AEK
Arbeitskreis Engagierter Katholiken in der CDU
Hinsehen statt ausblenden
Katholiken brauchen eine Stimme in der CDU!
Hinweis:
Den nachfolgenden Text können Sie sich als
Word-Dokument hier herunterladen
Die Koalition steht, und viele Menschen in Deutschland hoffen, dass
nun eine gute Politik zum Wohle des Landes beginnen kann. CDU,
CSU und FDP stehen als Regierungsparteien vor großen Heraus-
forderungen, die es zu meistern gilt. Jetzt beginnt die Zeit der
Bewährung für die Regierung.
Jetzt beginnt aber auch eine besondere Zeit der Bewährung für die
Unionsparteien. Das Bekenntnis zum C befähigt sie nicht nur dazu,
sondern verpflichtet sie auch. Es ist Auftrag und Chance zugleich. Ein
nüchterner und ehrlicher Blick auf die Wahlanalyse macht deutlich, dass
manche Sorgen berechtigt sind. Ebenso wird klar, dass in den beiden
Unionsparteien christliches Potenzial schlummert, das es zu wecken
und zu stärken gilt. Einige klare Stimmen und Stellungnahmen haben
dies vor und nach der Wahl bereits öffentlich gefordert.
 
Die Fakten
Die beiden Unionsparteien CDU und CSU haben seit dem Jahr 2002
insgesamt mehr als 3,8 Millionen Wähler verloren und zusammen die
Zustimmung von nur noch 33,8 % aller Wähler gefunden. In absoluten
Zahlen: Die Wählerschaft sank von gemeinsam 18,4 Millionen im Jahr
2002 auf 14,6 Millionen Wähler im Jahr 2009. Das entspricht einem
Verlust von 20,65 Prozent. Bei den Direktmandaten haben sich
Kandidaten mit klaren christlichen Positionen sehr gut behaupten können.
Im selben Zeitraum ist die Mitgliederzahl der Unionsparteien von 594.000
um 66.000 auf 528.000 gesunken. Das entspricht einem Verlust von
11,1 Prozent. Betrachtet man jedoch den Zeitraum der letzten zehn Jahre,
betrug der Mitgliederverlust sogar 110.000. Die Wahlbeteiligung sank im
selben Zeitraum insgesamt von 77,7 Prozent auf 70,8 Prozent. Besonders
große Verluste für die Unionsparteien sind bei den Wahlen unter den
katholischen Wählern zu verzeichnen. Hier sank die Zustimmung von 48 %
auf 44 %. Viele dieser ehemaligen Unionswähler haben sich zur
Wahlenthaltung entschlossen oder sind abgewandert.
Es zeigt, dass Katholiken mehr und mehr andere politische Parteien wählen,
unter anderem – neben der FDP – die Grünen und sogar die Linke.Das jedoch
allein mit dem Wahlprotest erklären zu wollen, ist nicht ausreichend. Denn es
wäre fatal, den Wählern etwa unterstellen zu wollen, sie entschieden sich ganz
spontan noch in der Wahlkabine zum – dann eben ganz spontanen – Protest.
Richtig ist vielmehr, dass Wähler sich zuvor entschieden haben, wen sie wählen
und wen oder warum sie nicht wählen.
Wenn allein die CDU als Volkspartei im Jahr 2009 mit nur 11,8 Millionen Wähler-
stimmen nicht viel mehr als knapp doppelt so viel Wählerstimmen hat wie die
Linke mit 5,2 Millionen, dann ist das alles andere als eine Einladung zum
Ausruhen oder zu einem trotzigen „Weiter so“. Im Gegenteil. Allein diese
Tatsache ist – neben vielen anderen – ein Grund, nach dem Profil und der
Zukunftsfähigkeit der Union mit Blick auf mögliche neue oder vergessene
Wählerschichten zu fragen.
Die Chancen
In den Unionsparteien schlummert ein vergessenes Potenzial, das dabei helfen
kann, genau diese Profil-Erweiterung zu ermöglichen. Dabei gilt es, bisher
verkannte Möglichkeiten zu nutzen und Kräfte zu fördern.
Bemerkenswert ist, wie Christen verschiedener Konfessionen in der
über-konfessionellen Union vertreten werden. Während alle evangelischen und
protestantischen Mitglieder automatisch dem Evangelischen Arbeitskreis (EAK)
angehören, fehlt eine entsprechende Möglichkeit für katholische Unionsmitglieder.
Der EAK hat als Sonderorganisation in der CDU/CSU unter anderem eine
Geschäftsstelle im Konrad-Adenauer-Haus, ein eigenes publizistisches Organ,
die “Evangelische Verantwortung”, Antragsrecht auf Parteitagen, Standrecht
daselbst und ist Ansprechpartner in verschiedensten Aufgabenbereichen. Ein im
Sinne der Ökumene und im Sinne der seit Parteigründung betonten
Überkonfessionalität der Union gegebenes Pendant auf Seiten der katholischen
Mitglieder fehlte bisher.
Deshalb, um diese anachronistische Lücke zu schließen und besonders
engagierten katholischen Wählern ein klares, positives Signal der
Gleichberechtigung und der Politikbereitschaft zu senden, haben
Unionsmitglieder und Freunde der Union jetzt den Arbeitskreis Engagierter
Katholiken (AEK) gegründet. Er versteht sich als Forum und Plattform für
christliches Engagement in der Politik, das sich an den Grundsätzen der
Katholischen Soziallehre und dem katholischen Auftrag zum Weltdienst orientiert
 und katholische Ideen unmittelbar in Partei und Gesellschaft einbringen will.
Gerade die in den vergangenen Monaten und Jahren geführten Diskussionen
in den Bereichen der Familienpolitik, des Lebensschutzes und der Bioethik sowie
der Globalisierungsfragen haben gezeigt, dass eine intensive inner- und
außerparteiliche Debatte über Inhalte und Grundpositionen christlicher Politik-
gestaltung nicht nur wünschenswert, sondern sogar dringend geboten ist. Nur so
kann der weiteren Distanzierung, Abwendung und Abwanderung engagierter
Christen begegnet werden.
Die Union erfährt durch die selbständige Gründung des Arbeitskreises
engagierter Katholiken, die in der Regel aktive Mitglieder der CDU sind,
eine überfällige Profil-Erweiterung und hat so die Möglichkeit, sich besser als
bisher als eine über Konfessionsgrenzen hinweg dem christlichen Gedankengut
in seiner breiten Vielfalt in der Gesellschaft verpflichtete Einheit sicht- und hörbar
zu präsentieren und damit zugleich erkennbar werden zu lassen, was die Union
im Kern von anderen Parteien unterscheidet. 
Die Sorgen
In Deutschland leben 52 Millionen Christen. Davon gehören rd. 26 Millionen
zur katholischen Kirche. Wenn insgesamt nur noch 44 Prozent der wahlberech-
tigten Katholiken ihre Stimme den Unionsparteien geben (bis 1998 durchschnitt-
lich 75 %), deutet dies darauf hin, dass sich diese bisher größte Wählergruppe
von CDU und CSU dort zunehmend weniger beheimatet fühlt.
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